Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Vor allem im Handwerk ist im letzten Jahrzehnt die Zahl der unbesetzten Lehrstellen enorm angestiegen: In einigen Regionen und Berufsgruppen bleiben jedes Jahr 20 bis 30 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze offen. Als Folge fehlen besonders in kleinen und mittelständischen Betrieben derzeit häufig gut ausgebildete Fachkräfte.

Ursache für den Azubi-Mangel ist neben der demografischen Entwicklung auch eine Veränderung in der schulischen Vorbildung vieler Jugendlicher: Immer mehr entscheiden sich für ein Fachabitur oder Abitur, da sie nach der Schule ein Studium planen. Eine klassische Ausbildung scheint vielen einfach nicht mehr erstrebenswert. Zudem haben einige Ausbildungsberufe bei den Schülern der Abschlussjahrgänge ein schlechtes Image oder sind ihnen schlichtweg nicht bekannt.

Genau hier setzt eine gute, gezielte Öffentlichkeitsarbeit an: Sie informiert potentielle Auszubildende – und deren Eltern! – über die Branche, den Beruf und die Ausbildung und hilft auf diese Weise enorm bei der Nachwuchsgewinnung. Darüber hinaus sorgt sie dafür, dass sich die richtigen Kandidaten für Lehrstellen in einer bestimmten Berufssparte interessieren. So trägt eine gelungen PR dazu bei, die Abbrecherquote – die in den letzten Jahren bei den Ausbildungsberufen ebenfalls stark zugenommen hat – zu senken.

„Wir sind davon überzeugt, dass Kontinuität bei der Nachwuchswerbung wichtig ist. Sie sollte nicht erst kurz vorm Ende des Schuljahres beginnen, sondern ganzjährig erfolgen.“

Peter Menke

Nachwuchswerbung, bei der nicht ein einzelner Ausbildungsbetrieb, sondern eine ganze Branche im Mittelpunkt steht, fällt in der Regel ins Ressort der Berufsverbände. Seit 2003 arbeiten wir beispielsweise sehr erfolgreich für das Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (AuGaLa). Ziel ist es, Schulabgänger in ganz Deutschland bestmöglich zu erreichen und bei ihnen mit geeigneten Maßnahmen ein Interesse für den Beruf des Landschaftsgärtners zu wecken. Auch Studienabbrecher, die sich nach neuen Berufsprofilen umschauen, sind interessante Adressaten. Wichtig dabei: die Kernzielgruppe genau zu kennen. Aus einer Marktforschung wissen wir, dass sich die idealen Bewerber für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner als „naturverbundene Praktiker“ charakterisieren lassen. Genau diese sprechen wir mit gezieltem Wording explizit an. Daneben spielen aber auch Lehrer und Eltern eine wichtige Rolle, denn sie haben einen starken Einfluss auf die Berufswahl der Jugendlichen und unterstützen sie in der Regel intensiv bei der Entscheidungsfindung. Aus diesem Grund setzen wir auf verschiedene Arten der Ansprache und ganz unterschiedliche Kanäle zur Informationsübermittlung. Für das Ausbildungsförderwerk haben wir in den letzten Jahren Aktionen und Events in Schulen organisiert, Fragebögen (z.B. für Berufsanfänger) entwickelt, einen Imagefilm für die Sozialen Medien produziert, Radio- und TV-Beiträge initiiert sowie redaktionell begleitet und regelmäßig nationale Pressemeldungen herausgegeben … Inhaltlich informieren wir über die Vielseitigkeit des Berufs des Landschaftsgärtners, die verschiedenen Einsatzgebiete, die Weiterbildungsmöglichkeiten und vieles mehr. Zudem ermutigen wir unentschlossene Schüler, schon vor der Ausbildung ein Praktikum zu absolvieren.

Wir sind davon überzeugt, dass Kontinuität bei der Nachwuchswerbung wichtig ist. Sie sollte nicht erst kurz vor dem Ende des Schuljahres beginnen, sondern ganzjährig erfolgen. Schließlich ist die Berufswahl bei den meisten Menschen ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Kein Zufall, dass sich innerhalb der Grünen Branche die mit großem Abstand meisten Auszubildenden seit Jahren für den Garten- und Landschaftsbau entscheiden.

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